Virtuelles Wasser einsparen

16.09.2019 12:33

Regionales Gemüse auf Markt für weniger virtuelles Wasser

 

Nachdem viele drüber sprechen, wie man im Alltag Frischwasser durch geplantes Wäschewaschen und den Verzicht auf die Badewanne, einsparen kann, wollen wir uns mit dem verringern des virtuellen Wasserverbrauchs beschäftigen. Hierfür gibt es bereits viele Ansätze, welche allerdings etwas mehr persönliches Engagement fordern. Mit den folgenden Tipps und Hinweisen wollen wir sie für die Relevanz ihres Einflusses sensibilisieren:

Leitungswasser trinken statt Kaffee, Tee, Saft und Co.

Mit dem Trinken von Leitungswasser können sie bereits mit nur ein wenig Vertrauen und ohne Aufwand eine Menge bewirken. Da die Qualität des Leitungswassers in Deutschland sehr streng kontrolliert wird, können sie dieses Bedenkenlos trinken. Somit ersparen sie der Umwelt auf vielen Ebenen eine extreme Belastung. Denn nicht nur das virtuelle Wasser, welches für die Produktion der (oftmals Plastik-)Flaschen entfällt, sondern auch die von ihnen verursachte Umweltbelastung durch den Einkauf und den immer entstehenden Müll entfällt. Als kleinen Bonus sparen sie auch noch Geld während sie etwas Gutes tun. Ein Liter Trinkwasser aus der Leitung kostet in Deutschland durchschnittlich 0,2 Cent. Wohingegen 1 Liter Mineralwasser aus der Flasche bis zu 50 Cent kosten kann. Für 500 Liter Trinkwasser bekommen sie also nur bis zu 5 Flaschen Wasser.

Rad fahren statt Auto

Nun hört man bereits aus vielen Ecken den Ruf nach mehr elektrifizierter und trotzdem individueller Mobilität. Doch das klassische Fahrrad kann in Sachen Umweltschutz fast keiner schlagen. Trotz des Hypes um E-Bikes, E-Roller und E-Autos sollten sie auch hier auf das eigene Bauchgefühl hören. Das wir mit der eigenen Kraft noch am meisten leisten können und dafür nicht erst wichtige und endliche Ressourcen aufgebraucht werden müssen, um beispielsweise Akkus zu produzieren.

Egal ob ein neues oder gebrauchtes Fahrrad, wer eins fährt spart Wasser. Nicht nur die Produktion von Autos verschlingt eine Menge Frischwasser, welches anschließend kaum noch aufzubereiten ist. Jeder Liter Benzin, alle Verschleißteile eines Autos, belasten die Umwelt deutlich stärker als die eines Fahrrads und beanspruchen auf die ein oder andere Weise ihren Teil am Frischwasser.

Kleider machen Leute – zu Wassersparern

Damit diese Aussage nicht einfach so im Raum steht und sie auch wissen, wie man dieses Verhalten verwirklichen kann, haben wir im folgenden für sie einige Anregungen und Tips zusammengetragen. Selbstverständlich kann nicht immer jeder alles Gute auf einmal in Angriff nehmen, doch wenn der erste Schritt gemacht wurde, ist schon viel für die Allgemeinheit getan!

Textilien mit hoher Qualität kaufen und länger nutzen

Klingt logisch, ist es auch. Kurz gesagt: Wer die Jeans länger trägt, vermeidet es, dass wieder mit viel Wasseraufwand eine Neue produziert werden muss. Auch wenn es natürlich erst über die Masse Wirkung zeigt, können wir alle einen Beitrag leisten.

In Second-Hand-Läden einkaufen

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, der sucht und findet das neue Outfit direkt in Second-Hand-Läden. Die bereits produzierte Kleidung hat sich mit Hinblick auf die Umwelt bereits rentiert.

Ausgetragene Kleidung spenden

Brauchen sie Ihre alte Kleidung nicht mehr? Dann spenden sie diese doch einfach an die vorher genannten Second-Hand-Läden, oder gerne auch an soziale Einrichtungen. Dort wird immer Kleidung benötigt und sie können der Umwelt und ihren Mitmenschen etwas Gutes tun.

Hanf und Leinen statt Baumwolle

Wer besonders sparsame Kleidung möchte greift am besten auf Hanf zurück. In vielen Bereichen ist die alleinige Erwähnung von Hanf noch mit negativen Gedanken behaftet. Doch Nutzhanf ist eine einzigartig robuste und langlebige Pflanze. Sie kann ohne viel Aufwand (annähernd ohne Pestizide/Pflanzenschutzmittel) lange Zeit in Monokultur angebaut werden und liefert in vielen Bereichen des Lebens wichtige Rohstoffe. Ob Nahrung, Kleidung, oder Kosmetika, Nutzhanf kann in vielen Bereichen kostengünstig und umweltschonend eingesetzt werden. Zudem sind die Pflanzen noch sehr anpassungsfähig und wachsen unter diversen klimatischen Bedingungen.

Achtung: Kunstfasern sind biologisch nur schwer abbaubar…

Eine weitere Problematik bei Kleidung auf Kunstfasern ist die, eigentlich erfreulich hohe, Lebensdauer der verwendeten Materialien. Genau das, was die künstlichen Fasern so beliebt und bekannt machte ist für die Umwelt ein riesiges Problem. Natürliche Materialien können einfach durch die Natur wieder abgebaut und zu neuen Rohstoffen werden, wohingegen Kunststoffe eine unnatürlich hohe Beständigkeit aufweisen und nicht voll der Natur zurückgeführt werden können. Hier fällt also wieder Müll an und diesen gilt es zu vermeiden. Wer will schon seinen Anteil an grauem virtuellem Wasser in die Höhe treiben…

Saisonal und regional einkaufen

Ein weiteres schwer anzugehendes, aber wichtiges Thema ist unsere Ernährung. Hier gibt es viele Ansatzpunkte, um virtuelles und reales Wasser zu sparen! Auch wenn es viele, besonders in Deutschland nicht hören möchten, oder sich eingeschränkt fühlen: Der Fleischkonsum sollte reduziert werden. Das heißt bei Weitem nicht, dass plötzlich alle Menschen vegetarisch oder vegan leben müssen. Doch Fleischverzicht wird auch zukünftig eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen. Alle Menschen, speziell in Europa sollten sich einmal darüber Gedanken machen, wie viel Fleisch jede Einzelperson konsumiert und besonders darüber Klarheit haben, woher das Fleisch stammt. Denn wie bei Gemüse ist es beim Fleisch wichtig darauf zu achten, wie lange die Wege sind, die die eigenen Lebensmittel zurücklegen müssen. Zusätzlich zur Einsparung des virtuellen Wassers kommen auch wichtige andere Faktoren zum Tragen. Jeder Kilometer Transportweg der nicht gefahren und geflogen werden muss, schont die Umwelt auf allen Ebenen. Schauen sie lieber auf die Qualität der Lebensmittel anstatt auf die Quantität und kaufen sie regional ein. Der Bauer aus dem Nachbardorf, das Klima und ihr Gaumen werden es ihnen danken.

Wer schon regional denkt und kauft, sollte so lange es der Geldbeutel hergibt auch auf die verschiedenen Bio-Siegel achten. Denn wo keine Pestizide und Biozide verwendet werde, kann auch kein graues virtuelles Wasser entstehen. Selbst wenn es, auf Grund des Transportweges zunächst widersprüchlich klingt, kaufen sie lieber Reis aus den asiatischen Monsunländern Indien und Thailand. Niederschlagsreiche Regionen leiden deutlich weniger durch die Frischwassereinbußen, welche in der Agrarwirtschaft besonders groß sind.

Das Saisonale einkaufen gehört ebenso zu den wichtigen Punkten der bewussten Ernährung. Auch wenn man sich innerhalb der Jahreszeiten einer kleinen Umstellung aussetzt, sollten im Winter vielleicht keine Tomaten auf der Speisekarte stehen. In der dunklen Jahreszeit sollten sie vermehrt mitteleuropäisches Gemüse essen: Rosen- und Grünkohl, Wirsing, Lauch, Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Schwarzwurzeln und alles was ihnen schmeckt und einfällt. Zitrusfrüchte hingegen sollten nur in Deutschland nur zwischen Dezember und April gekauft werden.

Reparieren statt wegwerfen

Meine Hose hat ein Loch und diesmal eins ohne Style-Gründe. Der Kochlöffel aus Holz ist mir zerbrochen. Falls Ihnen solche, oder ähnliche, Situationen bekannt vorkommen, dann standen sie auch schon vermehrt vor der Frage: Reparieren oder wegwerfen?! Nun natürlich nur, wenn sie noch zu den Menschen gehören, die sich das überhaupt durch den Kopf gehen lassen. Denn heutzutage wird schneller, mehr weggeworfen und neu gekauft, als man es sich vorstellen kann.

Diese Ressourcen verschwendende Lebensweise, liegt oft auch an der scheinbar unmöglichen Konstruktion vieler Haushalts- und Alltagsgegenstände. Doch wie bei den bereits genannten Punkten lohnt es sich auch hier einmal seine eigene Vorgehensweise zu hinterfragen. Inzwischen gibt es viele sogenannte Repair-Cafe`s. Jeder kann seine defekten Geräte mit hinbringen und jeder, der etwas von der Reparatur versteht kann sich ausprobieren und gegen ein Dankeschön oder eine kleine Aufmerksamkeit den schon als Müll abgestempelten Gegenständen ein neues Leben schenken.

Sollten sie selbst keinen Bedarf mehr an dem Produkt haben, so lohnt es sich für viele, dieses einfach auf bekannten Plattformen zum Kauf, Tausch oder verschenken anzubieten. Oftmals finden sich Leute, die aus eigenem Interesse oder einfach einem Hobby heraus, den defekten Geräten wieder ein neues, ein zweites Leben schenken.

Recyclingpapier verwenden

Ja, zugegeben. Recyclingpapier sieht meist nicht so rein und hell aus, wie das neu produzierte, Chlor-gebleichte hell-weiße Papier, welches wir alle so schätzen. Doch denkt man ein wenig an die Umwelt und daran, dass allein 1 DIN-A4-Blatt neu produziert rund 10 Liter Frischwasser benötigt, wirkt der Kauf des neuen Blocks für den Schulstart, die Uni oder das Büro fast schon unnötig verschwenderisch. Greifen wir also gemeinsam in Zukunft zum Recycling-Papier und sparen uns die vielen hundert Liter Wasser, die ansonsten für einen Jahresbedarf an Papier verschmutzt werden würden.

Umweltverträgliche Wasch- und Putzmittel bevorzugen

Wie schon lange bekannt, sind Wasch- und Putzmittel, genauso wie viele Duschgels und Shampoos stark umweltbelastend. Ob Mikroplastik oder chemische Zusätze, es steckt viel Potential zur Umweltverschmutzung in diesen täglich benötigten Mitteln. Heute gibt es bereits verschiedene Marken und Hersteller die nicht nur darauf achten, dass der Inhalt ihrer Produkte die Umwelt nicht unnötig angreifen, sondern auch die Verpackungen aus wiederverwendbarem Plastik bestehen.

Schauen sie also bei der nächsten Gelegenheit auf die genauen Angaben auf den Verpackungen oder informieren sie sich vorher im Internet über bekannte Marken, welche sich dem Umweltschutz verschrieben haben. Wer glaubt, dass sauber nur mit Chemie und ohne Nachhaltigkeit funktioniert wird schnell eines Besseren belehrt.

Technik teilen und mieten

Mit dem Mieten und Verleihen von Technik sind in den letzten Jahren viele neue Konzepte aufgetaucht, die sich mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit und dem Gedanken der „Sharing Community“ (Teilende Gemeinschaft) befassen. Viele Nachbarschaftliche Projekte setzten auf das Internet um sich zu vernetzten, aufzulisten wer beispielsweise Werkzeuge oder Technische Geräte hat, die auch ausgeliehen werden können. Oftmals geht es hier um Geräte, die nur einmalig, oder so selten gebraucht werden, dass sich die Anschaffung für die Einzelperson nicht lohnt. Schauen sie doch, ob es bereits ähnliche Strukturen in Ihrer Nähe gibt und sie eventuell sogar selbst die Möglichkeit haben etwas beizusteuern. Wir müssen zusammen gegen die Verschwendung von Frischwasser angehen, so kann jeder einen Teil beitragen und im besten Fall gibt es noch ein kleines Dankeschön dafür.

Auch im Urlaub auf Wasser achten

Besonders im Urlaub schalten wir gerne an. Man gönnt sich ja sonst nichts, da kann man im Urlaub schonmal die guten Ideen und Prinzipien vernachlässigen. Doch genau diese Haltung gestaltet sich schwierig, wenn man betrachtet, welche Länder besonders stark vom Tourismus bevorzugt werden, sieht man, dass es Dieselben sind die auch mit Wasserarmut kämpfen. Die Deutschen lieben es in den Süden zu fliegen. Doch leider genau dort liegt das Problem. Wir nehmen es als gegeben an, täglich zu Duschen, den Wasserhahn laufen zu lassen wann und wie lange wir wollen. Leider vergrößert selbst die Anreise schon unseren eigenen Wasser-Fußabdruck. Daher sollten man auch im Urlaub immer mit Respekt und Achtung vor dem besuchten Land, wenigsten ein wenig auf den eigenen Wasserverbrauch achten, damit es selbst in unbedachten Zeiten, keine größeren Ausmaße annimmt. So eine Zugfahrt zum Beispiel, kann durchaus auch angenehmer sein als ein Flug.

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